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Sonntag, 3. November 2013

Torri del Benaco (Gardasee)



Torri del Benaco (lacus benacus war der lateinische Name des Gardasees) ist einer der malerischsten Orte am Ostufer und liegt an der „Riviera degli Olivi“ in einer herrlichen Landschaft am Ausläufer des Monte Baldo.

In alter Zeit war der Ort von einer Stadtmauer mit Türmen umgeben, von der heute noch verschiedene Teile zu besichtigen sind vorallendingen das mittelalterliche Schloss mit Fischerei und Ölmuseum, in dem einst König Berengarius hauste. Am kleinen römischen Hafen gelegen bietet es, zusammen mit dem ehemaligen gardesanischen Ratsherrenhaus und den Brescianer Bergen  am Westufer, einen wunderbaren Panoramablick. Torri del Benaco liegt an der Stelle des Sees wo seine schmale nördliche Form in das breite südliche Becken übergeht und hier verbindet das ganze Jahr eine Autofähre die Ost - mit der Westseite.

Im sehr reizvollen Ortskern geben viele kleine Geschäfte die Möglichkeit typisches, künstlerisches und kulinarisches zu erstehen. An der romantischen Uferpromenade, wo man abends einen in atemberaubenden Farben inszenierten Sonnenuntergang genießen kann, liegen verschiedene Restaurants (auch mit Seeterasse) und Snack-Bars mit gut sortierter Speise. und Getränkekarte. Vom Örtchen aus kann man unbegrenzte Wanderungen über alte Kopfsteinpflasterwege machen, quer durch Olivenhaine, an Feigenbäumen und Zypressen vorbei, begleitet vom unermüdlichen Zirpgesang der Grillen.

Der bis auf 2218 m ansteigende Berg ,Monte Baldo’ wird wegen seiner Blumen- und Pflanzenvielfalt der „botanische Garten Europas“ genannt und man findet an verschiedenen Stellen prähistorische Felszeichnungen. Durch seine besondere geographische Lage ist Torri del Benaco leicht erreichbar: über die Autobahnausfahrten Rovereto und Affi, den Flughafen Villafranca-Verona und die Bahnhöfe Verona und Peschiera del Garda. Von Torri aus kann man, abgesehen von der Fähre nach Maderno, mit Tragflächenbooten oder Dampfschiffen alle wichtigsten Küstenorte erreichen. Die Kunststädte Verona und Mantova sind mit dem Auto keine Stunde entfernt (nach Verona gibt es auch eine Buslinie).

Fahrten in die schönen Städte Padua, Venedig, Bergamo, Mailand sind leicht möglich und es gibt eine große Auswahl von geführten Tagesreisen in diese Orte oder auch in die Dolomiten.













Malcesine (Gardasee)



Malcesine ist eine Stadt am Ostufer des Gardasees mit 3705 Einwohnern. Malcesine wird häufig als „Perle des Gardasees“ bezeichnet. Heute ist die Stadt stark vom Tourismus geprägt.

Neben den Orten Riva del Garda und Nago-Torbole ist Malcesine als Stadt im Norden des Gardasees bei Windsurfern, Kitesurfern und Seglern aufgrund ihrer Lage teilweise noch für den Einstieg bei den beiden Hauptwinden des nördlichen Gardasees Pelér und Ora beliebt. Von Malcesine aus führt eine Seilbahn
zu der auf 1760 Meter gelegenen Ortschaft Tratto Spinno im Monte Baldo-Massiv.

 Der alte Ort ist um den Burgfelsen gesiedelt. Ein erster Burgbau fand hier um 568 unter den Langobarden statt. Nach der Zerstörung dieser Anlage und Wiederaufbau durch die Franken kam der Ort später an die Scaliger, welche die Burganlage erweiterten. Aus der ersten Zeit stammt noch der Porto Posterno („Hinterer Hafen“), eine heute als kleiner Strand (Spiagetta) genutzte Bucht direkt unterhalb der Bucht. Unweit davon, am Ende der Via Posterna, steht ein in den Felsen unter der Burg gebautes Haus, das heute als privates Wohnhaus dient und früher vermutlich das Wachpersonal beherbergte, das den Aufgang vom Hafen zur Burg bewachte.

 Castello Scaligero
Geprägt ist das Bild durch die Altstadt mit ihren vielen engen Gassen und der von weithin sichtbaren Skaligerburg. Diese steht auf einem Felsvorsprung direkt am Ufer des Sees und gewährt vom Turm aus einen Blick über den Ort und den See. Die alte Kernburg mit Palas und Bergfried wurde durch die Scaliger errichtet. Im untersten Hof steht heute der „Palazzo Inferiore“, den Venedig 1620 für seine Garnison errichten ließ.
 Auch Goethe machte 1786 während seiner berühmten „Italienischen Reise“ Station in Malcesine. Dabei wurde er sogar kurz wegen Spionageverdachts festgehalten, als er beim Zeichnen der Skaligerburg beobachtet wurde. Dennoch zeigte er sich in seinen Tagebuchaufzeichnungen fasziniert von dem Ort und seinen Menschen.













Sonntag, 25. August 2013

Solferino




Am Morgen des 24. Juni 1859 trafen im Süden des Gardasees zwei feindliche Heere von über 200.000 Soldaten aufeinander. Es handelte sich um die Truppen der damals die Lombardei beherrschenden Österreischer auf dere einen und die des Königreichs Piemont-Sardinien unterstützt von Frankreich auf der anderen Seite. Die nun ausbrechenden Kamphandlungen wurden auf einer Front von etwa 16 Kilometern Länge ausgetragen und dauerten fast den ganzen Tag. Auf Hitze und Trockenheit folgte am Nachmittag ein heftiges Unwetter. In die Geschichtsbücher ging die Schlacht als die blutigste und grausamste seit Waterloo (1815) ein.

Die Schlacht von Solferino forderte bis zu 30.000 Tote und Verwundete, wobei die meisten Soldaten nicht während der Kampfhandlungen, sondern erst später durch einen eklatanten Mangel an medizinischer Versorgung starben. Viele von ihnen wurden auf dem Schlachtfeld gelassen und waren so dem Tod hilflos ausgeliefert. Die unsagbare Grausamkeit der Schlacht und die ohnmächtige Hilflosigkeit der Verwundeten bewegten den Genfer Kaufmann Henry Dunant, selbst Zeuge der Tragödie, 1863 zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes und führten 1864 zur ersten Genfer Konvention.

Da Österreich die Schlacht verloren hatte, wurde die Lombardei an Frankreich abgetreten. Napoleon III gab das Gebiet an den piemontesisch-sardischen und späteren italienischen König Vittorio Emanuele II weiter. Somit war die Schlacht von Solferino ein entscheidender Etappensieg auf dem Weg zur Einheit Italiens, die im Jahre 1861 erfochten wurde und zu deren 150 jährigen Gedenken in diesem Jahr (2011) viele Veranstaltungen stattfinden. Zum Symbol des Sieges der Truppen Piemont-Sardiniens und Frankreichs wurde der Spia d'Italia (Spion Italiens), ein 28 Meter hoher Turm auf einem ca. 100 Meter hohen Hügel.

Sehenswert in Solferino sind das Ossarium mit 1413 Schädeln und unzähligen Gebeinen, der Turm Spia d'Italia, das Museum und das Denkmal des Internationalen Roten Kreuzes.


Koordinaten:
45° 22′ 0″ N, 10° 33′ 0″ O


 Solferino: Piazza Castello, Pfarrkirche des Hl. Nikolaus von Bari
Zum Symbol der Schlacht und letztendlich auch des Sieges der Truppen Piemont-Sardiniens und Frankreichs wurde der "Spion von Italien", ein 28 Meter hoher Turm auf einem ca. 100 Meter hohen Hügel.

  Holztreppen, die ein wirkliches Meisterwerk eines Zimmermanns sind, führen auf die mittlere Höhe hinauf in den sogenannten Saal der Herrscher.
 Turmblick
 Turmblick
 Turmblick
 Das Denkmal des Internationalen Roten Kreuzes wurde anlässlich der Hundertjahrfeier nach der Schlacht errichtet, das siebenundsiebzig Nationen im Gedenken an Henry Dunant unterzeichnet haben.
 Denkmal-Teilansicht.
 Vom eigentlichen Dorf Solferino aus steigt man auf der suggestiven Zypressenallee hinauf zur Kirche « San Pietro in Vincoli », die auch als Oratorium verwendet wird.
 Im Innern der Apsis werden 1413 Totenschädel und unzählige Gebeine von Soldaten der italienischen, der französischen Armee und der österreichischen kaiserlichen Armee aufbewahrt, die miteinander vermischt sind.